11.03.09

Freitagstexter, der Sieger

Liebe Freundinnen und Freunde des gepflegten Fotokommentars,

an dieser Stelle hatte ich einen ausführlichen, feierlichen Beitrag geplant, schließlich habt ihr euch wirklich Mühe gegeben. Daraus wird aber nichts, denn ich bin randvoll mit Erschöpfung.

Ich mach's kurz. Ihr ward alle super, aber gewonnen hat sofastar mit folgendem bezaubernden Einfall:

Reiner, der Gitarrist aus Helge Schneiders Band, litt an chronischem Blasenkatarrh.

Damit dürfte Mausis Dschungelcamp-Schande Geschichte sein. Österreicher haben Humor. Jedenfalls einige.

06.03.09

Freitagstexter

Liebe Freundinnen und Freunde des gepflegten Fotokommentars, ich habe diese Woche die Ehre, den Freitagstexter auszurichten. Der Pokal wurde mir von der Frau Klugscheißer verliehen.

Die Regeln sind in Fachkreisen ja hinlänglich bekannt: In den Kommentaren hinterlasse man eine witzige, anrührende, kluge oder sonstwie großartige Über- oder unterschrift zu diesem Bild:


Der Sieger, den ich nach eigenem Gutdünken auswähle, wird nächsten Mittwoch bekannt gegeben. Der hat dann wiederum die Ehre, den nächsten Freitagstexter auszurichten.

Auf Los geht's los!

31.12.08

Danke, 2008

Warst gar nicht so schlecht, wie jetzt alle über dich reden. Hab viel gelacht.

Beste Entscheidung: Mich mit Work-Life-Planning auseinandersetzen.
Schlechteste Entscheidung: Dem keine Taten folgen lassen.

Beste Anschaffung: Jede Menge Theaterkarten.
Dämlichste Anschaffung: Jedes Kleidungsstück, bei dem ich dachte, noch ein Diätmonat, und ich würde reinpassen.

Schönster Absturz: Geburtstagsfeier von der S. Der Teil vor dem letzten Mettwürstchen.
Schlimmster Absturz: Geburtstagsfeier von der S. Der Teil nach dem letzten Mettwürstchen.

Bestes Getränk: Cuvee des Fees.
Ekelerregendes Getränk: Diese Wellness-Cola mit Zitrone.

Bestes Essen: Sauerbraten mit Klößen und Rotkohl, von der gestrengen Frau Mama am Heiligabend gereicht. Ich hatte zuvor eine knappe Woche mit Viren und ohne Geschmackssinn verbracht. Vermutlich hätte alles nach Paradies geschmeckt, aber das war wirklich, wirklich gut.
Schlimmstes Essen: Ich verdränge schlechtes Essen immer recht erfolgreich. Aus jüngster Zeit ist mir ein Mikrowellengericht in Erinnerung, in der das Gartengemüse, das dem gleichzeitig über- und untergarten Hähnchenfilet beigegeben war, ausschließlich aus Erbsen und Möhren bestand. Die mit reichlich Geschmacksverstärkern gepimpte Sauce hat's auch nicht richten können.

Beste Musik: Melody Gardot, Worrisome Heart.
Schlimmstes Gejaule: Das Schnuffel-Lied.

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung: Das Twin-Peaks-Theme.
Peinlichster musikalischer Faux-Pas: Nichts, was mir jetzt schon peinlich wäre. Fragt mich nächstes Jahr noch mal.

Beste Idee/Frage: "Noch einen?"
Dämlichste Idee/Frage: "Wenn er waschbar ist, ist auch ein wollweißer Sofabezug praktisch."

Beste Lektüre: Sieben Tage
Langweiligste Lektüre: Glennkill in der Hörbuchvariante, keine Ahnung, welcher Teufel mich da geritten hat. Alleine am Gesichtsausdruck auf dem CD-Cover hätte ich es erkennen müssen.

Bester, dreckigster, geilster Sex: Den hatten mal wieder die Nachbarn.
Langweiligster Sex: Den hatte ich.

02.12.08

Und jetzt: Reklame

Verehrte Netzgemeinde, liebe Mitleser, Follower und Freunde,

ein neues Killerblog is in town. Vergesst das perfekte Promi-Dinner, mein Restaurant, überhaupt sämtliche Auswürfe des Kochfernsehens. Der unglaublich talentierte Gerd Brunzema und ich werden ab sofort regelmäßig Milchprodukte unterschiedlichster Provenienz rezensieren. Joghurt, Lassi, Quark, Buttermilch, Pudding, Kefir, es ist für jeden was dabei. Auch für Philosophen.

29.11.08

Last Christmas

"Wenn ich das erste Mal Last Christmas höre, fängt die Weihnachtszeit für mich so richtig an", schwärmt die gestrenge Frau Mama am Telefon. Ich bleibe so höflich, wie ich nur kann.
"Sag mal, bist du völlig bescheuert? Last Christmas? Das fand ich schon scheiße, als ich süßliche Belanglosigkeiten noch gut fand."
"Du hast einfach keinen Sinn für Weihnachten." Damit hat sie völlig Recht.

Das Verhältnis zwischen dem Weihnachtsfest und mir verschlechterte sich rapide, nachdem ich in meine erste eigene Wohnung gezogen war. Genauer gesagt, als ich meinen ersten eigenen Christbaum schmückte. Ich stellte relativ schnell fest, dass ich gegen das Tannenbaumharz allergisch bin. Noch bevor ich die erste Hälfte der einhundert Lichter arrangiert hatte, waren meine Finger bereits auf den doppelten Durchmesser angeschwollen. Mehrere Tannenbaumkugeln zerbarsten in meinen Hulkhänden. Der Rest sollte sich in den nächsten Tagen dazugesellen. Meine Hände waren zwar wieder abgeschwollen, aber die Katzen (die waren damals noch jung und nicht so tot wie heutzutage) hatten das neue Stück Indoornatur für sich entdeckt.

Aus Angst, meine Hände würden beim Abschmücken aufplatzen wie alte Sofakissen, entsorgte ich den Christbaum erst Mitte Februar. Weil alle Tannenbaumabholtermine der Müllabfuhr natürlich schon längst verstrichen waren, schaffte ich den Baum bei Nacht und Nebel in eine dunkle Ecke hinterm Haus. Einer der Hippienachbarn würde sicher eher ins Fadenkreuz der Ermittlungen geraten als ich. Die Tannennadeln, die meinen Weg durch den Hausflur markierten, waren wesentlich leichter zu beseitigen als diejenigen, die sich noch über Monate verzweifelt in den Schlingen meines Wohnzimmerteppichs festkletten sollten. Zusammen mit den Glitzerpartikeln und winzigen Scherben des zerschmetterten Christbaumschmucks würden sie mich bis zum nächsten Weihnachtsfest an das vergangene erinnern. Besonders wenn ich barfuß lief.

"Wir hören das aber nicht am Heiligabend, oder?", wimmere ich.
"Na, mal sehen." Als Weihnachtsengel ist sie unerbittlich.