24.12.04

Perpetuum mobile

Die Familie (Großmutter, deren zwei Söhne nebst Gattinen und Enkelin) hat sich im Besserverdienerwohnzimmer versammelt. Die Großmutter gibt sich Mühe, sämtliche Anwesenden in die Nervenzerrüttung zu stürzen. Man hofft allgemein, das näherrückende Abendessen möge sie zumindest ein paar Minuten von den seit einer Stunde beständig wiederholten Sätzen abhalten:

"Nie kommst du mich besuchen."
"Dich erreicht man ja auch nie."
"Wenn ich mal nicht mehr bin, macht dir das doch wohl gar nichts aus."

Die Gans ist allerdings nur Anlass für eine weitere Endlosschleife:

Großmutter: "Ein bisschen zäh ist sie ja schon. Ich krieg das gar nicht gebissen. Und satt bin ich eigentlich auch."
Sohn: "Dann lass es doch liegen."
Großmutter: "Dafür ist es zu schade. Aber zäh ist es schon."

Anstatt irgendwelcher aussichtslosen SETI-Projekte sollte sich die Wissenschaft mal damit befassen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

...ja gut. Aber was gab's denn nun Vorgelesenes?

Pe hat gesagt…

Gar nichts. Ich lebe in einer Familie von Kulturverachtern. Dabei hatte ich etwas Wunderbares vorbereitet. Eine Schande ist das.

Anonym hat gesagt…

...die Spannung IST bereits auf dem Siedepunkt! Nun sag schon.

Pe hat gesagt…

Ratschläge für Seltengänger

Anonym hat gesagt…

Das wollten sie nicht? Hm, sie wissen nicht, was sie tun, oder?
Sehr einfühlsam, der Text.. »Give it to me!« ist aber vermutlich nur im Ländle und den Rainen verpönt; unten, da in L. A., wird das geradezu erwartet.

Pe hat gesagt…

Es kann nicht jeder bibliophil sein. Dafür lassen sie mich ja auch mit ihren Ebaydingen in Ruhe. Quid pro quo.