12.02.05

Wie mir Bettwäsche dabei half, nicht abgeschleppt zu werden

Zu Bettwäsche hatte ich an sich immer ein sehr inniges Verhältnis. Als Kind liebte ich ein rotweiß gepunktetes Ensemble. Dank Muttis guter Pflege begleitete es mich bis in meinen ersten eigenen Hausstand, wo ich entschied, künftig eine andere Lieblingsfarbe zu haben.

Wie es dazu kommen konnte, dass meine Großeltern instruiert wurden, mir zu Weihnachten blaue Bettwäsche zu schenken, dazu schweigt sich meine Erinnerung aus. Ein sicheres Zeichen dafür, dass ich selbst so blöde war. Blau ist schließlich blau, und wenn man die Verkäuferin fragt, was junge Menschen so mögen, kann eigentlich nichts schief gehen, mochte ich damals gedacht haben. Meine Kindheit war in diesen Dingen sehr behütet.

Was mich zu Weihnachten also erwartete, war ein ockerfarbenes Desaster in Biber mit Rosen drauf. Die waren allerdings tatsächlich blau. Eine ganze Zeit lang wusste ich nicht, was ich mit dem Ungetüm anfangen sollte. Es zu Putzlumpen zu verarbeiten, verbot sich: Ein doppelt schlechtes Gewissen (Weihnachtsgeschenke zerstören und dann nicht mal öfter putzen) wäre kaum zu ertragen gewesen. Karneval mochte ich noch nie. Und die Altkleidersammlung habe ich immer verpasst. Also habe ich mich mit meinem Schicksal abgefunden und die Bettwäsche pflichtschuldigst zweimal im Jahr benutzt.

Abb.: Ein zeitgenössisches Modell, das allerdings nicht ockergrundig und überhaupt nur halb so hässlich ist wie meine Bettwäsche.

Man kennt es ja aus der Werbung und den Frauenzeitschriften: Es gibt Tage, da wollen Frauen keine Männer mit nach Hause nehmen. Um sich allerdings von den eigenen Hormonen nicht doch noch überrumpeln zu lassen, braucht es einen Willensverstärker. Kochfeste, geräumige Unterwäsche ist sehr beliebt; ich zog zu diesen Gelegenheiten meine ockerfarbene Bettwäsche auf. Da konnte ich ruhig entzückende Spitzenwäsche tragen.

An all das habe ich mich erinnert, als ich am Wochenende meine Wäschetruhe entrümpelt habe. Die ockerfarbene Bettwäsche habe ich entsorgt, schließlich kann ich ja mittlerweile auf Orangenhaut, einen fiesen Blick und kochfeste, formende Unterwäsche zurückgreifen.

Kommentare:

Setza hat gesagt…

Fein. Aber dann könntest Du doch jetzt auch das Austauschcouvert vorzeigen, liebe Pe.

Pe hat gesagt…

Es ist blau.

Setza hat gesagt…

So ein Nachtblau?! Hm. Und dann ein vornehmblasses Bein darauf, dass im Tiefschlaf nicht mehr unter die Decke fand. Perfekt. [Sieht man aber nicht Katzen-, oder bitte, Katerhaare deutlicher auf dunkler Bettwäsche als auf mildockerfarbener? Nee?]

Pe hat gesagt…

Der Kater ist schwarz, und das Ocker schnell kackbraun. Die Katze schläft meistens auf dem Nachttisch, weil sie mir von dort aus sehr lässig auf die Nase tatzeln kann.

Setza hat gesagt…

...der sollte mal auf meinem Nachttisch.. Wenn ich einen hätte. Dem würde ich aber..

Pe hat gesagt…

Ich will's gar nicht wissen.

Setza hat gesagt…

...nicht? Ich mein', Respekt hab ich ja vor Tieren. Aber nur, wenn sie mich auch respektieren. Und Katzen haben ja da so ihre Defizite..

Pe hat gesagt…

Natürlich haben Katzen Respekt. Allerdings haben sie auch einen grandiosen Sinn für Humor.

viktorhaase hat gesagt…

meine katze schläft immer auf dem kopfkissen und rückt mich sacht beiseite. was scheiße ist, da man ja weiß, dass es durchaus katzen gegeben hat, die säuglinge, durch dieses in kopfnähe schlafen, erstickt haben. zwar habe ich keine kinder und will auch gerade keine, aber man weiß ja nie. vielleicht klingelt es gleich an der tür und ein junger mann oder eine junge frau steht davor und behauptet: "ich heiße torben (wenn es ein junger mann ist), bin 32 jahre alt (wobei dann torben ein origineller name wäre) und dein sohn. nimm mich auf, aber achte darauf, dass die katze mich nachts nicht aus versehen erstickt."
dann hat man den salat und die katze schläft in der küche. und natürlich fällt es einem erst später ein, dass man ja gar nicht so alt ist, dass torben der leibliche sohn sein könnte. und ehe man sich versieht und bevor man das missverständnis mit torben aufklären kann, stellt man fest, dass torben mit der gefriertruhe auf und davon ist. und die katze gleich mit, weil sie zurückweisungen und küchenschlaf nicht mag und deshalb gemeinsame sache mit torben gemacht hat. so sind katzen.

daher gibt es eine klare regelung: katzen schlafen weder im bett noch im schlafzimmer.
warum? s.o.!

Pe hat gesagt…

Als Frau hat man es ja doch manchmal leichter. Als Frau könnte man nämlich dem Einlass begehrenden Torben zurufen: "Ich habe keinen Dammriss, also habe ich kein Kind!", ihm noch eine abgelaufene Fernsehzeitschrift für unterwegs in die Hand drücken, die Tür schließen und zurück ins Wohnzimmer gehen, um Katzenkotze aufzuwischen.

viktorhaase hat gesagt…

ja, frauen haben komische hobbies. manchmal.

Pe hat gesagt…

Meine Hobbies könnten so unglaublich beschaulich sein, wenn es die von meinen Katzen auch wären.

Setza hat gesagt…

Ihr spinnt doch. Alle beide.

Pe hat gesagt…

Jetzt tun wa aber ma nicht der Tante die tollen Witze klauen, wa.

Schwarzes Schaf hat gesagt…
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Setza hat gesagt…

...erwähnte ich, dass ich praktisch komplett unneugierig bin?

PEsMutti hat gesagt…

Als Pes "Mutti", welche sich mit der sich langsam immer schneller werdenden Altersdemenz plagen muss (siehe Eintrag: Leg auf ich muß ein wichtiges Telefonat führen...), bedanke ich mich an dieser Stelle für die jugendlich-frische Erinnerungsfähigkeit meiner Tochter. Ja, ich pflegte Ihre rot-weiß-gepunktete Lieblingsbettwäsche. Und ich ich war es auch, die den Großeltern zu blau-gemusterter Bettwäsche als Geschenk riet. Doch nie, ich schwöre es, nie sagte ich etwas von der Farbe ocker.
Auch Mütter sind nicht frei von Rachegefühlen!!? Aber ocker ???