15.06.05

Westernstiefel und Vassili

Immer wenn mir übel ist, muss ich daran denken, wie R. seine unfassbar hässlichen Westernstiefel vollgekotzt hat. "Tja, da ist wohl nichts mehr zu retten", flötete ich und schwenkte die Biester, die gerade bekommen hatten, was sie meiner Ansicht nach längst verdient hatten, über der Kloschüssel herum. Er sagte nichts. Er war noch mit Würgen beschäftigt. Am nächsten Tag erschrak ich zu Tode, als mich ein neues, vollkommen identisches Paar in der Diele empfing. Dabei führte in den 90ern kein anständiges Schuhgeschäft mehr Westernstiefel. Weiß der Teufel, wie R. das angestellt hat.

Solche Gedanken sind nicht hilfreich, wenn man gerade die Gyrossuppe à la Vassili knapp neben das Klo gespuckt hat.

Kommentare:

Setza hat gesagt…

Es sind ja ganze Bücher über Kausalität und Koinzidenz geschrieben worden.

Ich wunderte mich jedenfalls nicht, trüge Vassili Westernstiefel bei der Arbeit.

Oles wirre Welt hat gesagt…

Die Ex-Freundin eines Bekannten von mir hatte ihn kennengelernt, nachdem sie ihn gefragt hatte: "Hey, darf ich Dir auf die Füße kotzen?" Er hatte ja gesagt, sie hatte ihren Worten den Mageninhalt folgen lassen, und er fand es enorm eklig. Zwei Wochen später konnten beide darüber lachen, küssten sich, blieben drei Monate zusammen und reden heute nicht mehr miteinander.

Setza hat gesagt…

Zwei Wochen hätte ich auch gewartet...

Dieser beißende Geschmack von Erbrochenem setzt sich ja so gern zwischen den Zähnen fest.