27.09.05

Oma hat ihren Glauben an Gott, die Gerechtigkeit und die CDU wiedergefunden

Vorerst jedenfalls.

Meine Großmutter ist fünfundachtzig und hat es faustdick hinter den Ohren. Vor allem aber ist sie in jeder Lebenslage pragmatisch. Auch als jüngst die K., ihre beste Freundin, verstarb. Da erbot sie sich, den republikweit verstreuten Hinterbliebenen bei der Regelung des Nachlasses behilflich zu sein. Das tat sie freilich nicht, ohne die hässlichsten verstaubtesten schönsten Stücke unbemerkt einzusacken.

Unter ihren Errungenschaften befand sich eine hässliche verstaubte schöne Wanduhr. Leider währte die Freude über ihren Diebstahl ihre Erbschaft nicht lange, denn die Wanduhr weigerte sich, ihren Dienst zu tun. Stand still. Machte keinen Mucks. Taugte nicht im Mindesten zur Zeitanzeige.

Wenige Tage später passierte drei Städte weiter folgendes: Ein Mann mittleren Alters und gehobenen Gehalts hatte bei einem bekannten Online-Auktionshaus eine Armbanduhr ersteigert und schickte sich an, mit dem Händler telefonischen Kontakt aufzunehmen. Beim Nachschlagen im Telefonbuch musste er kräftig niesen, sein Zeigefinger geriet in Verwirrung und kam drei Zeilen unter der gewünschten Rufnummer und direkt auf derjenigen meiner Großmutter zu stehen. Kurz darauf klingelte das Telefon meiner Großmutter.

"Hallo?", meldete sich meine Großmutter.
"Guten Tag.", meldete sich der Anrufer
"Wer ist denn da?", fragte meine Großmutter.
Der Mann nannte seinen Namen. Und: "Ich rufe wegen der Uhr an."
"Oh, das ist aber schön", entgegnete meine Großmutter, "ich dachte schon, ich müsste sie wegwerfen. Wer hat Ihnen denn von der Uhr erzählt?"

Es dauerte noch eine Weile, bis der Mann begriff, dass sich seine neue Armbanduhr nicht in diesem Haushalt befand. Meine Großmutter ist allerdings immer noch sicher, für ihren festen Glauben an Gott, Gerechtigkeit und die CDU belohnt worden zu sein. Sie wundert sich nur, wieso der von Gott oder wenigstens der CDU gesandte Uhrmacher, der ihr am Telefon so sympathisch erschienen war, sich immer noch nicht hat blicken lassen.

Kommentare:

fagga hat gesagt…

Wenn ich von derartigen Meisterwerken des Schicksalswiesels berichten könnte, stünden bei mir freilich auch weit über 80 Besuche tagtäglich an, jawohl, nicht wahr.
Nee, echt, menno. Gute Nacht.g

fagga hat gesagt…

Aber immerhin hab ich verdammt nochmal nich' so 'ne SCHEISS Kommentarfunktion, die einem ein g einjubelt.

BLOXXTER hat gesagt…

Typisch CDU - erst so tun als ob und dann kommt nix.....

Pe hat gesagt…

Wenn du nicht alle drei Wcohen das Aussehen, den Namen und die URL deines Blogs ändern würdest, hättest du zumindest eine Chance. Geschichten kann man sich übrigens auch ausdenken. (Wiewohl ich natürlich stets nur die reine Wahrheit berichte.)

Anonym hat gesagt…

"Geschichten kann man ..." Man darf aber auch Gnade vor dem Leser walten lassen. Diese ganzen Schleimiblogs bringen mich echt bald um und ich kann einfach nicht wegsehn, ich muss das alles lesen. Im nächsten Leben werde ich ein Plastikmülleimer sein und alles wird seine Richtigkeit haben.

... sagt sonrisa (Oberster Imperator aller Imperatoren auf Tijuana deluxe)

Pe hat gesagt…

Ich fasse das mal als Liebeserklärung auf.

undundund hat gesagt…

vielleicht, dass sich rechtschaffenheit, cdu-mitgliedschaft und glauben personalunionsmäßig in manni kanther als schicksalsgesandten strippenzieher der vorliegenden geschichte vereinigt haben?



ps: ich habe gerade probleme, meinen eigenen satz zu verstehen. ich muss mir erstmal ein auffrischendes getränk zubereiten.

Ettore Schmitz hat gesagt…

Übertreibs nicht mit den Erfrischungsgetränken zur Satzstabilisation. Erfahrungsgemäß werden sie dadurch nur noch mäandrischer. Echt.

Ich muss es wissen.

Ethylore Schmitz

undundund hat gesagt…

satz guter schmäh dein ist ein.

Schmitz hat gesagt…

Sag ich's nicht ?
Aber man muss ja seinen Dickkopf durchsetzen.

Schmitz hat gesagt…

...ausserdem müsste es oben heissen: " ...als schicksalsgesandtem..."

Zumindest vor dem Genuss von Kollateraldrinks.


Korinthettore Mohnkügelchenschmitz